SUSE Linux 10.1 auf Gericom Frontman Force


Im November 2002 bot Tchibo den All-In-One-PC "Frontman Force" von Gericom an, baugleich mit dem Modell "L372N1" von Uniwill. In einem kompakten Gehäuse verbirgt sich neben einem 17"-TFT-Bildschirm ein kompletter PC.

Neben dem vorinstallierten Microsoft Windows XP installierte ich auf diesem Rechner SUSE Linux 10.1. Die dabei auftretenden Schwierigkeiten und Besonderheiten werde ich im folgenden schildern.

Technische Daten:



Bild: Gericom Frontman Force, SUSE Linux mit KDE 3.5.3



Stand: 4.Juni 2007

Grafische Oberfläche (X.Org 6.9)

Ich betreibe den X-Server mit den proprietären nvidia-Treibern, welche (ab Version 1.0-8756 aufwärts, ältere Versionen laufen nicht) dem Frontman zu 3D-Beschleunigung verhelfen. Die Leistung der Grafikkarte reicht für nicht allzu anspruchsvolle Spiele oder Anwendungen (z.B. Nexuiz, Ankh, Tuxracer, Google Earth)  vollkommen aus, auch das Betreiben eines 3D-Desktops (beryl, compiz) stellt kein Problem dar.
Zur Installation der Treiber sind folgende Schritte durchzuführen:
Bemerkung: Die Grafikkarte des Frontman wird ausschließlich von den sogenannten Legacy-Treibern (Version 1-0.96xx) unterstützt, die aktuellen Treiber (Version 1.0-100xx) funktionieren nur mit neueren Grafikchips.

ACPI/APM im Zusammenspiel mit PCMCIA

Beim Nachrüsten des Rechners mit einer PCMCIA-WLAN-Karte (Conceptronic C54RC, Ralink-Chipsatz) fielen mir Abstürze des Rechners auf, die sich auf das ACPI-Powermanagement zurückführen ließen. Daher kompilierte ich mir selbst einen aktuellen Kernel, in dem ich ACPI deaktivierte und APM anschaltete. Ergebnis: problemloses Surfen über WLAN ohne Abstürze.
Beim Verwenden eines Distributionskernels kann alternativ der Rechner mit den Boot-Optionen "acpi=off apm=on" gestartet werden.

Ob der Frontman generell ein ACPI-Problem hat oder ob es am Zusammenspiel mit besagter PCMCIA-Karte liegt, kann ich nicht sagen.

TV-Tuner

Der analoge TV-Tuner mit Conexant-Chip lieferte bei Kurztests ein gutes Bild, jedoch keinen Ton. Da ich die TV-Funktion aber nicht nutze, habe ich dieses Problem nicht weiter verfolgt.

Sonstige Hardware / Peripherie

SuSE 10.1 erkennt die restliche Hardware problemlos, bei mir im Betrieb sind unter anderem:
Der optische Digital-Ausgang sowie der Line-Out sind bisher von mir noch nicht benutzt bzw. eingerichtet worden. Das interne Modem läuft über die Smartlink-Treiber, seit Umstieg auf DSL nutze ich dieses jedoch nicht mehr.
Der Vollständigkeit halber hier noch die Ausgabe von "lspci -v".

Austausch des optischen Laufwerks

Im Juli 2006 entschied ich mich, das DVD-ROM/CD-RW Combo-Laufwerk durch einen aktuellen DVD-Brenner zu ersetzen. Meine Wahl fiel auf das NEC ND-7550a, ein Slimline-Laufwerk, das neben DVD+R/RW und DVD-R/RW auch DVD-RAM unterstützt. Mit diesem Brenner bin ich bis dato sehr zufrieden!
Der Austausch gestaltete sich einfacher und unkomplizierter, als ich gedacht hatte. Auf der Rückseite des Frontman Force ist eine Schraube zu lösen, danach kann das optische Laufwerk herausgezogen werden. Danach das neue Laufwerk einschieben, fertig. Auf die Wiederanbringung der Schraube kann verzichtet werden, falls die Bohrung nicht übereinstimmen sollte.

Beim nächsten Hochfahren des Rechners sollte das neue Laufwerk erkannt werden und kann dann direkt benutzt werden. Wichtig: Beim Frontman Force sollte man darauf achten, ein auf Master gesetztes Laufwerk zu kaufen.

Erweiterung des Arbeitsspeichers

Im Auslieferungszustand war der Frontman Force mit zwei 256-MB-RAM-Modulen ausgestattet. Diese ersetzte ich im Mai 2007 durch ein 1-GB-Modul, so daß für spätere Aufrüstungen noch ein freier Slot zur Verfügung steht. Die Verdopplung des Arbeitsspeichers zeigt sich im täglichen Betrieb recht deutlich, insbesondere bei "speicherhungrigen" Anwendungen wie Bildbearbeitung oder Videoschnitt.
Die maximale Speicherbestückung beträgt 2 GB. Während dies auf der Uniwill-Seite des Rechners auch richtig dargestellt wird, spricht das mit dem Rechner ausgelieferte Handbuch fälschlicherweise von einer Maximalbestückung von 1 GB (2 x 512 MB).

Links

Auf diesen Seiten gibt es Informationen zu Linux / Unix im mobilen Bereich (sehr empfehlenswert):

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per E-Mail: kontakt@oliver-kramer.de


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