SUSE Linux 10.1 auf Gericom
Frontman Force
Im November 2002 bot Tchibo den All-In-One-PC "Frontman Force" von
Gericom an, baugleich mit dem Modell "L372N1" von Uniwill. In einem
kompakten Gehäuse verbirgt sich neben einem 17"-TFT-Bildschirm ein
kompletter PC.
Neben dem vorinstallierten Microsoft Windows XP installierte ich auf
diesem
Rechner SUSE Linux 10.1. Die dabei auftretenden
Schwierigkeiten und Besonderheiten werde ich im folgenden schildern.
Technische Daten:
- Intel® Pentium®4 2.4 GHz (Northwood)
512 KB Cache, Sockel: FC-PGA2 478pin, 533 MHz Frontsidebus
- 512 MB SO-DIMM DDR-RAM, PC2100, 200pin 2.5Volt (2x256 MB)
mittlerweile getauscht durch 1 GB SO-DIMM DDR-RAM, PC2700 (1x1GB, siehe
unten)
- SIS Mainboard:
Northbridge SIS 645, Southbridge SIS 961
- 80 GB Festplatte, Ultra ATA, Modell Maxtor 4K080H4
- optisches Laufwerk (Slimline-Format): QSI SBW-161, DVD-ROM/CD-RW
Combo,
mittlerweile ausgetauscht durch DVD-Brenner NEC ND-7550a (siehe unten)
- 3.5"-Diskettenlaufwerk, Kapazität 1.44 MB
- Grafikkarte: NVidia GeForce 4 420 Go, 32 MB DDR-RAM
- Soundchip: SIS 7012
- LAN 10/100 MBit: SIS 900
- Modem: internes 56K V.92 Smartlink AMR-Modem
- PCMCIA: 1x Typ 2, 16 Bit (unterstützt CardBus)
- analoger TV-Tuner, Conexant CX23880 Chip
- 17"-TFT-Display, Auflösung 1280 x 1024 x 16 M (SXGA)
integrierte Stereo-Lautsprecher
- Anschlüsse:
3 x USB 1.1, 1 x IEEE1394 (Firewire 400), TV-In (SVHS & Composite),
Line-Out, PS/2, Mic-In, optischer SPDIF
Digitalausgang, Kopfhörer
Bild: Gericom
Frontman Force, SUSE Linux mit KDE 3.5.3
Stand: 4.Juni 2007
Grafische Oberfläche (X.Org 6.9)
Ich betreibe den X-Server mit den proprietären nvidia-Treibern,
welche (ab Version 1.0-8756 aufwärts, ältere Versionen laufen
nicht) dem Frontman zu 3D-Beschleunigung verhelfen. Die Leistung der
Grafikkarte reicht für nicht allzu anspruchsvolle Spiele oder
Anwendungen (z.B. Nexuiz, Ankh, Tuxracer, Google Earth)
vollkommen aus, auch das Betreiben eines 3D-Desktops (beryl, compiz)
stellt kein Problem dar.
Zur Installation der Treiber sind folgende Schritte durchzuführen:
- Download der nvidia-Treiber von hier,
Installationsanleitung beachten (u.a. müssen die Kernelquellen
installiert sein).
- Die Datei /etc/X11/xorg.conf anpassen, hier meine
xorg.conf zum Vergleich
Bemerkung: Die Grafikkarte des Frontman wird ausschließlich von
den sogenannten Legacy-Treibern (Version 1-0.96xx) unterstützt,
die aktuellen Treiber (Version 1.0-100xx) funktionieren nur mit neueren
Grafikchips.
ACPI/APM im Zusammenspiel mit PCMCIA
Beim Nachrüsten des Rechners mit einer PCMCIA-WLAN-Karte
(Conceptronic C54RC, Ralink-Chipsatz) fielen mir Abstürze des
Rechners auf, die sich auf das ACPI-Powermanagement
zurückführen ließen. Daher kompilierte ich mir selbst
einen aktuellen Kernel, in dem ich ACPI deaktivierte und APM
anschaltete. Ergebnis: problemloses Surfen über WLAN ohne
Abstürze.
Beim Verwenden eines Distributionskernels kann alternativ der Rechner
mit den Boot-Optionen "acpi=off apm=on" gestartet werden.
Ob der Frontman generell ein ACPI-Problem hat oder ob es am
Zusammenspiel mit besagter PCMCIA-Karte liegt, kann ich nicht sagen.
TV-Tuner
Der analoge TV-Tuner mit Conexant-Chip lieferte bei Kurztests ein
gutes Bild, jedoch keinen Ton. Da ich die TV-Funktion aber nicht nutze,
habe ich dieses Problem nicht weiter verfolgt.
Sonstige Hardware / Peripherie
SuSE 10.1 erkennt die restliche Hardware problemlos, bei mir im Betrieb
sind unter anderem:
- USB-Drucker Epson Stylus Color 980
- USB-Scanner Epson 1260 Photo
- externe 250GB-Festplatte (Firewire 400)
Der optische Digital-Ausgang sowie der Line-Out sind bisher von mir
noch nicht benutzt bzw. eingerichtet worden. Das interne Modem
läuft über die Smartlink-Treiber, seit Umstieg auf DSL nutze
ich dieses jedoch nicht mehr.
Der Vollständigkeit halber hier noch die Ausgabe
von "lspci -v".
Austausch des optischen Laufwerks
Im Juli 2006 entschied ich mich, das DVD-ROM/CD-RW Combo-Laufwerk durch
einen aktuellen DVD-Brenner zu ersetzen. Meine Wahl fiel auf das NEC
ND-7550a, ein Slimline-Laufwerk, das neben DVD+R/RW und DVD-R/RW auch
DVD-RAM unterstützt. Mit diesem Brenner bin ich bis dato sehr
zufrieden!
Der Austausch gestaltete sich einfacher und unkomplizierter, als ich
gedacht hatte. Auf der Rückseite des Frontman Force ist eine
Schraube zu lösen, danach kann das optische Laufwerk herausgezogen
werden. Danach das neue Laufwerk einschieben, fertig. Auf die
Wiederanbringung der Schraube kann verzichtet werden, falls die Bohrung
nicht übereinstimmen sollte.
Beim nächsten Hochfahren des Rechners sollte das neue Laufwerk
erkannt werden und kann dann direkt benutzt werden. Wichtig: Beim
Frontman Force sollte man darauf achten, ein auf Master gesetztes
Laufwerk zu kaufen.
Erweiterung des Arbeitsspeichers
Im Auslieferungszustand war der Frontman Force mit zwei
256-MB-RAM-Modulen ausgestattet. Diese ersetzte ich im Mai 2007 durch
ein 1-GB-Modul, so daß für spätere Aufrüstungen
noch ein freier Slot zur Verfügung steht. Die Verdopplung des
Arbeitsspeichers zeigt sich im täglichen Betrieb recht deutlich,
insbesondere bei "speicherhungrigen" Anwendungen wie Bildbearbeitung
oder Videoschnitt.
Die maximale Speicherbestückung beträgt 2 GB. Während
dies auf der Uniwill-Seite des Rechners auch richtig dargestellt wird,
spricht das mit dem Rechner ausgelieferte Handbuch
fälschlicherweise von einer Maximalbestückung von 1 GB (2 x
512 MB).
Links
Auf diesen Seiten gibt es Informationen zu Linux / Unix im mobilen
Bereich (sehr empfehlenswert):
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